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- Rauf auf dieAlpen-
- aber
öko-logisch!
- Über angepaßtes und
sicheres
Verhalten im Hochgebirge
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- Der Massentourismus überschwemmt die Alpen schon
seit
einigen Jahrzehnten und hat ihr Gesicht tiefprägend
verändert:
Berghütten, Zweitwohnsitze, Zersiedelung, Hotels und
Privatunterkünfte, Golfplätze, Autobahnen,
Bergparkplätze, Seilbahnen, Skipisten, Stauseen und Kraftwerke,
Wanderwege u.v.m. sind in seinem Sog entstanden. Auch "harmlose"
Wanderfreunde, die nur die Schönheit der Natur genießen
möchten, schaffen oft ungewollt Probleme, v.a. wenn sie in Massen
auftreten und/ oder sich unüberlegt verhalten. Ein überall in
den Alpen beobachtbares Problem sind Trittschäden.
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- Der alte Panoramaweg auf dem Fellhorn z.B. war
ursprünglich nur einen halben Meter breit. An schönen
Sommertagen schaufelt die Seilbahn tausende Ausflügler in die
Höhe. Fuß um Fuß wurde der Weg auf eine Breite von bis
zu 15 Metern ausgetrampelt. Erosion setzte ein und ließ
zahlreiche
Gräben entstehen. Die verantwortliche Seilbahngesellschaft
versuchte das Problem mit Stacheldrahtzaun und Wegebefestigung in den
Griff zu bekommmen. Sigi Rohrmoser aus Oberstdorf, kritischer
Beobachter
am Fellhorn, erwartet schon bald den asphaltierten Wanderweg.
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- Wer ökologisch bewußt wandern will,
fängt
mit der Planung der Anreise an. Bahn oder Bus stoßen weniger
Schadstoffe pro Personenkilometer aus als der motorisierte
Individualverkehr (MIV). Neben den weit verfrachteten Schadstoffen aus
den Industrieregionen des Ruhrgebietes, Hollands und Englands ist der
Verkehr vor Ort ein wesentlicher Verursacher des Bergwaldsterbens im
Allgäu. Der nächste zu beachtende Punkt gilt den Schuhen. Mit
imprägnierten Bergstiefeln ist das Laufen durch Morast,
Pfützen und über Schotter kein Problem. Wanderstöcke
sorgen für den notwendigen Halt. Schwierige Wegpartien müssen
nicht umgangen werden und die Vegetation links und rechts des Pfades
wird geschont.
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- In den Alpen ist der längste Weg immer der
richtige!
Manche Zeitgenossen wollen Sportlichkeit demonstrieren und kürzen
scheinbar lästige Umwege ab. Die Folgen sind ein ganzes Netz neu
entstehender Abschneider, die aufgrund ihres stärkeren
Gefälles äußerst erosionsanfällig sind. Zum
naturschonenden Wandern gehört nicht nur das konsequente Begehen
der ursprünglichen Wegserpentinen, sondern auch das Ansprechen von
Menschen auf ihr Fehlverhalten. Unzählige Aktionen von
Freiwilligen
zum Verbau von Abschneidern hat es gegeben. All die Mühe bleibt
umsonst, wenn bei der Masse der Wanderbegeisterten nicht eine
Verhaltensänderung einsetzt.
- Abfälle von Wanderern auf den Bergen stellen
zunächst für Flora und Fauna keine wesentliche
Gefährdung
dar (Allerdings sollen sich Kühe beim Fressen von Dosenringen
schon
verletzt haben). Was als eher ästhetisches Problem beginnt, kann
aber Kreise ziehen. Die Hemmschwelle sinkt, eine eh schon durch
Müll verschandelte Landschaft zu schonen. Behörden
fällen
leichter die Entscheidung, ein bereits beeinträchtigtes Areal aus
dem Natur- und Landschaftsschutz herauszunehmen und es einer Nutzung
und
weiteren Zerstörung preiszugeben.
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- Wer sich umweltbewußt verhalten will, bringt
nicht
nur die eigenen Abfälle wieder mit ins Tal zur Entsorgung, sondern
sammelt im Vorübergehen die weggeworfene Blechdose und die leere
Zigarettenschachtel ein. Das Müllsammeln muß nicht als
lästige Arbeit empfunden werden, sondern wird am besten als
unterhaltsames Spiel gestaltet: Eine Tüte wird jemand zugewiesen,
in die er/sie drei Müllteile einsammeln muß. Dann darf die
Tüte einer Person freier Wahl weitergereicht werden.
- Bei der Rast auf der Alpe gilt den oben auf dem Berg
erzeugten Produkten der Vorzug: Milch, Butter und Käse. Das ist
auch ein kleiner Beitrag zur Existenzsicherung der letzten verbliebenen
Bergbauern. Bier und Limo sollten boykottiert werden, weil sie mit
stinkenden Lastwagen oder energiefressenden Seilbahnen hinaufgekarrt
werden. Ökologisch Wandernde sollten sich auch einmal informieren,
wie die Berghütte mit Energie und Abfällen umgeht. Gibt es
eine Solarstromanlage und wie werden die Fäkalien entsorgt? Immer
noch gibt es allzuviele und gerade auch große Bergrestaurants
v.a.
in Skigebieten, die unverantwortlich alles den Berg hinunter laufen
lassen. Hier kann die passende Antwort nur Boykott heißen!
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- Neben den ökologischen Aspekten, auf dem rechten
Weg
zu bleiben, gibt es natürlich auch Gründe der Sicherheit. Auf
unseren Exkursionen begehen wir i.d.R. markierte Wanderwege und
leichtes
Gelände, so daß auch Ungeübte keine Schwierigkeiten
haben. Trotzdem gilt es sich immer zu vergegenwärtigen, daß
es sich um alpines Gelände und nicht um den Deister handelt. Im
Heftchen "Alpine Gefahren" des DAV wird von einem Wanderer berichtet,
der auf dem Fellhorngrat durch die Kamera schauend drei Schritte
rückwärts ging und dann in den Abgrund der Nordwand
stürzte.
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- Auch auf einem AktivSeminar bewegte sich ein
Teilnehmer
beim Blümchen fotografieren gefährlich nahe auf den Abgrund
beim Köpfle in Hinterstein zu. Deshalb gilt bei unseren
Exkursionen
die obligatorische Regel: Nie den vorgegebenen Weg und die Gruppe zu
verlassen. Wer Gründe hat, die Exkursion abzubrechen, muß
dies dem/der Exkursions- oder VeranstaltungsleiterIn unter Angabe des
Zielortes mitteilen. Nie alleine gehen - es reicht ein verstauchter
Knöchel, um in den "Genuß" einer frostigen Übernachtung
im Freien zu kommen. Ist die Kleidung dann noch mangelhaft, droht
Erfrierungsgefahr! Eine Begleiterin kann immer Hilfe holen! Wer sich
unbemerkt von der Gruppe verabschiedet, muß sich klarmachen,
daß er den Abbruch der Exkursion verursacht. Wird das Fehlen
einer
Person bemerkt, besteht die Pflicht zur Suche. Ist diese erfolglos,
müssen Polizei und Bergwacht verständigt werden. Im besseren
Fall sitzt der Vermißte in der Sauna oder in einer Kneipe,
während oben auf dem Berg Dutzende von Freiwilligen sich Stunde um
Stunde mit Suchen beschäftigen.
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- In Lebensgefahr begeben sich Wanderer, die in
unzureichend
schützender Kleidung durchnäßt sind und die
Null-Grad-Grenze durchsteigen. Die anfrierende Kleidung entzieht dem
Körper so viel Wärme, daß Erfrierung droht, wenn nicht
schnell die Kleidung gewechselt werden kann. Bei unseren Pflanzarbeiten
besteht zwar nicht die Gefahr solch einer kritischen Situation - das
Arbeiten in nassen Sachen kann aber schnell die Freude an der Aktion
vermießen. Mit richtiger Ausrüstung ist aber auch das
Arbeiten unter widrigen Wetterverhältnissen zumindest für
einige Stunden möglich. Alle Körperteile sollten immer warm
und trocken sein. Zwei Dinge gibt es, die dem entgegenwirken:
Niederschläge von außen und Schwitzen von innen! Gegen
Niederschläge schützt eine wasserdichte äußere
Hülle. Porenlose Jacken und Hosen allerdings verhindern das
Ausdampfen des Schweißes. Die Folge ist eine schleichende
Vernässung von innen her. Deshalb sind solche Kleidungsstücke
nur zur Überbrückung eines kürzeren Schauers
zweckmäßig, aber nicht für den "Dauerbetrieb".
Dafür ist eine Regenkleidung mit Feinporen (Sympatex, Goretex)
geeignet, die leider sehr viel teurer ist. Die Anschaffung einer
qualitativ guten Ware ist dennoch empfehlenswert, da sie den
Aktionsradius des Trägers/der Trägerin erheblich erweitert
und
nicht nur zum Wandern, sondern auch beim Radfahren, Schlittschuhlaufen,
Einkaufen u.v.m. nützlich ist. Unterwäsche aus Baumwolle
sollte möglichst nicht getragen werden. Baumwolle hat leider den
Nachteil, schon bei relativ wenig Feuchtigkeitsaufnahme ein
unangenehmes
Nässegefühl zu erzeugen. Wolle und Seide dagegen fühlen
sich noch bis zu einem gewissen Grad von Feuchtigkeit trocken an. Wer
keine Vorbehalte gegen Kunststoffe auf der Haut hat, kann es auch mit
sogenannter Thermowäsche probieren. Hier soll der Schweiß
durch das Gewebe transportiert werden, ohne es zu vernässen. So
die
Theorie, ob es stimmt habe ich noch nicht ausprobiert.
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- Alpines Notsignal
- Wer sich in den Alpen aufhält, sollte auf jeden
Fall
das alpine Notsignal kennen. Nicht nur, daß selbst einmal Hilfe
gebraucht wird, - auch wenn andere in Not sind, ist es wichtig, die
Zeichen richtig zu deuten. Nichts ist für Hilfesuchende
deprimierender, als die Beantwortung eines Notsignals mit lustigem
Zurückwinken! Das Notsignal muß der Situation angepaßt
sein. Rufen im Sturm und Feuer im Nebel sind nicht erfolgversprechend.
Eine Stimme versagt schneller als vermutet. Deshalb gehören eine
Trillerpfeife und eine Taschenlampe in jeden Rucksack. (Wer ein Handy
sein eigen nennt, kann natürlich gleich RTL anrufen und live von
Unfall und Bergung berichten).
- Das Signal wird in regelmäßigen
Abständen
sechsmal in der Minute gegeben (z.B. Rufen, Pfeifen, Jacke
schwenken,Taschenlampe, Feuer, etc.). Nach einer Minute Pause Signal
wiederholen.
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- Wer ein Notsignal entdeckt, teilt dem Hilfesuchenden
zur
Bestätigung eine Antwort mit. Hierzu wird dreimal in der Minute
ein
Zeichen gegeben.
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- Zur Verständigung bei der Bergrettung, besonders
aus
der Luft, dienen diese Armzeichen: Beide Arme erhoben bedeutet: JA auf
Fragen; Hier landen; Wir brauchen etwas; Yes!
- Rechter Arm gesenkt, linker erhoben bedeutet: NEIN
auf
Fragen; Nicht landen; Wir brauchen nichts; No!
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- Sicherheitstips
- (Eine Auswahl wichtiger Regeln; siehe auch
DAV-Broschüre "Alpine Gefahren")
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- tip 1 Nie
alleine
gehen
- tip 2
Wanderziele
in
der Unterkunft hinterlassen. Gipfel- und Hüttenbücher sind
keine Aufsatzhefte! Nur Name, Uhrzeit, Datum und Wanderziel eintragen
- tip 3 Nicht
bei der
Ausrüstung sparen! Diese muß dem Schwierigkeitsgrad, dem
Wetter und der Jahreszeit angepaßt sein. Auch keine kurze oder
leichte Tour ohne Bergschuhe, Proviant, Sonnen- und Regenschutz
- tip 4
Markierte
Wanderwege nicht verlassen. Wenn keine Markierung mehr gefunden wird,
Weg bis zum letzten Zeichen zurückgehen
- tip 5 Bei
Wetterverschlechterung, besonders bei Gewitter und Temperatursturz:
Tour
abbrechen und sicheren Abstieg ins Tal einschlagen. Nicht versuchen, im
Nebel oder bei Schneefall sich bis zur nächsten Hütte oben am
Berg durchzuschlagen
- tip 6
Größte Vorsicht ist bei der Querung von Firnfeldern und
Schneerinnen geboten. Unerfahrene ohne BergführerIn gehen
zurück und wählen ein anderes Wanderziel mit sicherer Route
- tip 7
Vorsicht bei
Grashängen! Oft werden sie zum Tal hin glitschig, steil und enden
vor Felsabstürzen
- tip 8 Zeit
für
den Abstieg mit Reserven berechnen. Bei Dunkelheit in
unübersichtlichem Gelände besser Notbiwak einrichten, als
weiterzugehen
- tip 9
Exkursion und
Wandergruppe: Die Langsameren laufen vorn, die Schnellen hinten. Immer
dicht beisammenbleiben. Entstehen Lücken, warten die Vorderen, bis
die Nachkommenden aufrücken. Die/der letzte Frau/Mann
läßt niemand hinter sich zurückfallen. Wer die Tour
abrechen will, meldet sich bei den Verantwortlichen ab und nennt seine
Abstiegsroute.
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